Herstellung von Textilien

Herstellung von Textilien

Die Entwicklung neuer Materialien zur Verwendung als Bedeckung oder Dekoration für den Menschen hat in der Geschichte der Kleidung eine wichtige Rolle gespielt. In der frühen Prähistorie war die Auswahl an Materialien für Kleidung gering. Vor etwa 10.000 Jahren benutzten die Menschen Wildtierfelle als Kleidung. Ein ganzes Fell wurde ihnen über die Schultern geworfen und zwei Häute, die über die Schultern getackert wurden, dienten als einfaches Kleidungsstück. Auch Hosen oder Parkas (Oberbekleidung mit Kapuze) wurden mit speziellen Nadeln aus Tierhäuten hergestellt. Einfache Nadeln aus Tierknochen wurden an vielen Orten in Europa und Asien gefunden, was darauf hindeutet, dass sie vor mindestens 30.000 Jahren zur Herstellung von Kleidung aus Leder und Fell verwendet wurden. Doch erst die Entwicklung der Textiltechnik, insbesondere das Aufkommen der Textilwebstühle, ermöglichte eine Vielfalt an Kleidung.

Schon vor Zehntausenden von Jahren lernten die Menschen, Fasern aus Wildpflanzen wie Wildflachs, Hanf und Brennnesseln zu gewinnen. Diese Fasern werden zu Garnen gesponnen und zu textilem Gewebe verarbeitet. Mit dem Weben von Stoffen begannen die Menschen in der Jungsteinzeit, einer Zeit, die etwa 8000 v. Chr. begann. Beweise für die frühe Weberei liefern uns Fragmente von Leinenfasern, die in der Schweiz gefunden wurden. In einigen Kulturen stellten die Menschen Stoff her, ohne zu weben – indem sie Blätter aus Rinde schlugen, um weiches, flexibles Gewebe zu erzeugen. Die Entwicklung der Landwirtschaft führte zur Domestizierung von Pflanzenfasern wie Baumwolle, Hanf und Flachs.

Die Herstellung von Textilien erforderte die Fähigkeit, Fasern zu verarbeiten, sie zu Garn zu spinnen und aus dem Garn Stoff herzustellen. Stoff kann in verschiedenen Formen hergestellt werden, z. B. durch Knüpfen, Häkeln und Weben, aber die meisten Stoffe werden durch Weben hergestellt. Beim Weben wird normalerweise auf einem Webstuhl gearbeitet, der lange Fäden (sogenannte Kettfäden) unter gleichmäßiger Spannung hält, so dass andere Fäden über und unter ihnen eingefügt werden können. Es sind viele verschiedene Arten und Modelle von Webstühlen bekannt, abhängig von der verwendeten Faser und der Anordnung der Fäden. Die alten Ägypter webten ihre frühesten Textilien aus Leinen und produzierten Leinentuch, in Südeuropa wurden die frühesten Textilien aus Wolle hergestellt, in China aus Seide und in Indien, Peru und Kambodscha aus Baumwolle.

Wolle war wahrscheinlich die erste tierische Faser, aus der Stoff hergestellt wurde. Die Menschen begannen vor etwa 6.000 Jahren, Schafe wegen ihrer Wolle zu züchten. Verschiedene Arten von Wolle, Mischungen von Wolle mit anderen Fasern, können verwendet werden, um ein dichtes Gewebe, ein Gewebe mit einer glatten Oberfläche oder ein lockereres Gewebe mit einer rauen Oberfläche zu erzeugen. In vielen Lebensräumen des Nahen Ostens stellten nomadische Völker Stoffe aus Wolle her, die sie zur Herstellung von Kleidung, Decken, Zelten und anderen nützlichen Gegenständen verwendeten. Nomaden im Nahen Osten erfanden auch Teppiche, die durch das Knüpfen von Wollfäden auf eine Leinenunterlage hergestellt wurden.

Herstellung von Textilien

Es kam die Tuchzeit, die für die europäische Textilbekleidung im Mittelalter charakteristisch war und etwa vom 5. bis zum 15. Jahrhundert dauerte. Die Menschen nutzten Wolle noch in großem Umfang für Kleidung, entweder als reines Wolltextil oder gemischt mit anderen Fasern. Wolle hat offensichtliche Vorteile unter den Bekleidungsstoffen, da Wollkleidung warm ist und eine breite Palette von Farbstoffen verwendet werden kann.
Chinas Hauptbeitrag zur Weltbekleidung ist die Entwicklung von Seidenfaden und -stoff. Bereits 3000 v. Chr. domestizierten die Chinesen Seidenraupen, die mit Maulbeerbaumblättern gefüttert wurden. Die Kokons wurden abgewickelt und man erhielt lange Fäden aus Seidenfasern. Diese Faser wird zu Garn gesponnen und zu Stoffen gewebt. Um 1500 v. Chr. war eine hochentwickelte Weberei entwickelt worden, die die Fähigkeit nutzte, in vielen Farben zu färben. Seide ist glänzend, weich und leicht, aber warm und kann leicht gefärbt werden. Seidengewebe wurde aus Gräbern geborgen, die seit dem zweiten Jahrhundert v. Chr. existieren. Zu diesen Funden gehören: Gaze (dünne, schwache Gewebe), Köpergewebe (Gewebe mit einem gewebten Muster aus parallelen, diagonalen Rippen), Bulat (Gewebe mit Mustern auf beiden Seiten), Brokat (schwere Gewebe mit komplexer Struktur) und einfache Gewebe mit verschiedenen Stichen bestickt. Die Seidenproduktion in China gehörte zu den normalen Familienpflichten.

Seidenstoffe wurden in China verwendet und auch entlang der Seidenstraße exportiert. Diese alte Handelsroute, die China und das Römische Reich verband, wurde nach dem Hauptexportartikel benannt, der auf ihr abgewickelt wurde. Der Seidenhandel zwischen Westasien und dem Mittelmeer brachte dem alten China großen Reichtum und half, eine nachhaltige Wirtschaft in den Städten entlang der Route zu entwickeln. China bewahrte das Geheimnis der https://kaufspot.de/ Seidenproduktionstechnologie. Die alten Griechen glaubten, dass der Seidenfaden an einem besonderen Baum in China wuchs. Christliche Mönche schmuggelten nach ihrer Rückkehr aus China Maulbeerseidenraupeneier nach Syrien und brachen damit das Monopol Chinas auf die Seidenproduktion.